Der Sinn des schönen Seins
Wir kennen unsere Gefühle
Zu den intensivsten, genussreichsten und komfortabelsten Gefühlen, gehört weniger das Wir-Gefühl, sondern vielmehr das »Ich-Gefühl«.
Ein Gefühl, mit sich selbst vollkommen im Reinen zu sein. Ein Gefühl, das keine anderen Menschen braucht....
Da wir uns gegen unser Ich-Gefühl ohnehin kaum wehren können, ist es die beste Lösung, wenn wir es pflegen.
Die Schönheitspflege ist die Beschäftigung mit einem Individuum, das uns sehr nahe steht: Mit uns selbst. Schönheitspflege ist Pflege der Ich-Individualität mit positiven gesellschaftlichen Elementen. Ein sozialer Trumpf der Schönheit ist ihre Vorbildfunktion. Menschen, die sich schön fühlen, können eine Atmosphäre erzeugen, in der auch andere Menschen sich schöner fühlen. Und wer sich schön fühlt, wirkt nachweisbar schöner. Auf diese Weise wirkt Schönheit ansteckend.
Im Gegensatz zu unserem Verstand tragen wir unsere Schönheit offen vor uns her.
Daher ist es, insbesondere für den Umgang mit anderen Menschen, fast wichtiger sich schön zu fühlen, als sich klug zu fühlen. Der Kontakt zu anderen Menschen ist selbst für einen Egomanen unverzichtbar. Eigentlich brauchen wir unser Selbstbewusstsein nur für diese Kontaktsituation. Hier erzeugt ein ansteckendes Schönheitsgefühls eine positive Sinnspirale.
Die erfolgreiche Pflege der Schönheit ist somit eine stilvolle, müssige und sinnvolle Beschäftigung.
Sie gehört darüber hinaus zu den wenigen menschlichen Betätigungen, die keinen Lärm machen, nicht auf Kosten der Umwelt gehen und ein vernachlässigbares Verletzungsrisiko tragen.
Ebenso wie die reine Betrachtung der eigenen Schönheit.
Der intensive Blick in den eigenen Spiegel tut niemandem weh und stärkt das romantische Ich-Gefühl.
Die intensive Auseinandersetzung mit sich selbst wird mit einer Selbsterfahrung belohnt. Sie erlaubt es, das eigene Ich besser kennen zu lernen. Und wer sich sensibel mit der eigenen Person auseinander setzen kann, kann auch sensibel auf andere Menschen eingehen. Wer zu sich selbst nett ist, ist auch nett zu Anderen. Und nette Menschen kann es nicht genug auf der Welt geben.
» Wenn wir uns lieben, hat die Erde Früchte und Platz genug für uns alle «, wusste schon der grosse Chaplin. Wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. An sich selbst kann man lernen und üben, die Menschen zu lieben. In sämtlichen Schönheitsfragen ist also nicht nur das Werden sondern auch das Sein eine sinnvolle Beschäftigung. Das Sein und die Schönheit stehen in einem orthodoxen Zusammenhang. Zu Sein ist an sich schon etwas Besonderes. Sein ist mehr als Möchten oder Wollen. Und schön zu sein, gehört zu den Königsdisziplinen des Sein. Das ist reale Existenzialistik für die man keine Philosophen braucht.
Vielleicht ist schön zu sein sogar eine Königsdisziplin des Sinns. Das wäre der Sinn des schönen Seins – in einer Gesellschaft permanenter Sinnsuche, die daran krankt, dass es ihr an sinnvollen Beschäftigungen mangelt.
Der lernende und dadurch weise Mensch ist kein Faultier. Er muss sich durch Denken und Handeln beschäftigen. Dominiert das Denken das Handeln, führt es zu Ideen, Erfindungen und kulturellen Höchstleistungen. Dominiert das Handeln das Denken, entstehen Bürokratie, Aktionismus und Krieg. Zumindest, wenn es schlimm kommt.
Jedenfalls gehört die Fähigkeit und die Freiheit des Nachdenkens zu den positivsten Elementen unserer Gesellschaft.
Eine Vorraussetzung für das Nachdenken ist die Entspannung.
Diese ist gleichzeitig ein wichtiges Element der klassischen Schönheitspflege. Die Anwendung von einzuwirkenden Substanzen generiert ebenso Entspannung, wie die Einwirkzeit von abzuwaschenden Substanzen.
Solche schönen & schönenden Minuten bewirken einen entspannten Gebrauch des Gehirns. Während der Einwirkzeit kosmetischer Mittel können Gedanken gepflegt treiben und reifen bis sie eine spürbare Grösse erlangt haben.
Der eigene Verstand, der oftmals nur eingeengt zwischen Befehl und Ausführung arbeitet, bekommt hier neuen Raum.
Der Luxus des Nachdenkens gehört zu den erhebendsten Momenten in unserem Leben.
Der Genuss einer schönheitsorientierten Auszeit ist umso sinnvoller, je merkwürdiger sich unser Leben gestaltet. Ein bewusster, gelebter, nachdenklicher und müssiger Lebensstil ist nicht nur das beste Schönheitsmittel, sondern eine schöne Basis für Lebensqualität.
Kaum etwas spricht dagegen, das ohnehin geliebte Ich auf müssige Weise zu stärken...
Ein Grund mehr, sich detailliert zu lieben.
» Die Eitelkeit ist
die sozialste Form
der Egozentrik. «
...mehr über diese interessante, spannende und inspirierende Art über die Schönheit nachzudenken, zu philosophieren oder einfach nur zu schmunzeln, findet man hier...












